Coventry Carol (Coventry-Weihnachtslied)

Kategorie: Englische Weihnachtslieder

Lully, lullay, Thou little tiny Child,
Bye, bye, lully, lullay.
Lullay, thou little tiny Child,
Bye, bye, lully, lullay.

O sisters too, how may we do,
For to preserve this day
This poor youngling for whom we do sing
Bye, bye, lully, lullay.

Herod, the king, in his raging,
Charged he hath this day
His men of might, in his own sight,
All young children to slay.

That woe is me, poor Child for Thee!
And ever mourn and sigh,
For thy parting neither say nor sing,
Bye, bye, lully, lullay.

Autor: unbekannt

Kurze einleitende Zusammenfassung

Das Coventry Carol ist ein faszinierender und unverwechselbarer Klassiker unter den Weihnachtsliedern. Im Gegensatz zu fröhlichen Hymnen über die Geburt Christi erzählt es eine düstere, fast vergessene Geschichte aus der Weihnachtserzählung. Seine Einzigartigkeit liegt in dieser melancholischen Perspektive und seinem Ursprung als Teil eines mittelalterlichen Mysterienspiels aus dem englischen Coventry, dem es auch seinen Namen verdankt. Der berührende Wiegenrefrain kontrastiert dabei auf ergreifende Weise mit dem tragischen Inhalt.

Inhaltliche Deutung & Botschaft

Die Kernbotschaft des Liedes ist tiefgreifend und vielschichtig. Oberflächlich betrachtet ist es eine Klage der Mütter Bethlehems, die im sogenannten "Kindermord zu Bethlehem" ihre Söhne vor König Herods Soldaten schützen wollen. Es ist ein Wiegenlied voller Verzweiflung und Abschied. Darunter liegt eine universelle Botschaft über die Unschuld, die in einer von Gewalt und Tyrannei geprägten Welt bedroht ist. Es erinnert uns daran, dass das Licht der Weihnacht in eine dunkle Welt hineingeboren wurde und dass Freude und Leid oft nah beieinander liegen. Es ist ein Lied des Mitgefühls und der Trauer, das die Schattenseite der Weihnachtsgeschichte nicht ausspart.

Kulturelle und historische Bedeutung

Das Lied stammt aus dem 16. Jahrhundert und war Teil des "Pageant of the Shearmen and Tailors", einem der Coventry Mysteries. Diese Theaterstücke wurden von Zünften aufgeführt, um biblische Geschichten dem Volk nahezubringen. International ist es vor allem im englischsprachigen Raum ein fester, wenn auch nachdenklicher Bestandteil des Weihnachtsrepertoires von Chören und Ensembles. In der deutschen Weihnachtskultur ist es weniger verbreitet, wird aber von Kennern und Liebhabern alter Musik sehr geschätzt. Es existieren verschiedene Übersetzungen und unzählige Interpretationen, von a-cappella-Aufnahmen mittelalterlicher Ensembles bis hin zu vertonten Versionen von Künstlern wie John Rutter oder modernen Bands. Seine historische Tiefe macht es zu einem besonderen Juwel für jeden, der über die üblichen Weihnachtsklänge hinausblicken möchte.

Welche Stimmung erzeugt das Lied?

Das Coventry Carol erzeugt eine intensive, nachdenkliche und ergreifend melancholische Stimmung. Der sanfte, wiegende Rhythmus und die weiche Melodie vermitteln zunächst den Eindruck eines traditionellen Schlaflieds. Dieser trügerische Frieden wird jedoch sofort von der düsteren Textaussage durchbrochen, was eine bewegende Spannung erzeugt. Es ist eine Stimmung der stillen Trauer, der zarten Hoffnung inmitten der Bedrohung und einer tiefen, ruhigen Feierlichkeit. Es lädt nicht zum lauten Mitsingen ein, sondern zum aufmerksamen Zuhören und Innehalten.

Für welche Anlässe eignet sich das Lied besonders?

Dieses Lied eignet sich nicht für laute Weihnachtsfeiern, sondern für besinnliche und reflektierende Momente. Perfekt ist es für den Vierten Advent, der oft der Besinnung gewidmet ist, oder für einen ruhigen Heiligabend kurz vor der Bescherung. Es passt ausgezeichnet in Adventskonzerte, besonders in Programme mit historischer oder chorischer Musik. Auch für einen stillen Gottesdienst in der Passionszeit oder rund um den Gedenktag der unschuldigen Kinder (28. Dezember) bietet es einen tiefgründigen musikalischen Impuls. Es ist ein Lied für die ruhigen Minuten bei Kerzenschein, in denen man über die gesamte Bandbreite der Weihnachtsbotschaft nachdenken möchte.

Für wen eignet sich das Lied?

Das Coventry Carol spricht besonders erwachsene Hörer und Jugendliche an, die eine tiefere, historisch interessierte Verbindung zur Weihnachtszeit suchen. Es ist ideal für Liebhaber von Chormusik, früher Musik und allen, die die Weihnachtsgeschichte in ihrer ganzen Komplexität verstehen wollen. Auch Familien, die ihren Kindern die biblische Geschichte jenseits von Kommerz und Hektik nahebringen möchten, finden hier ein kraftvolles Diskussionsthema. Musikalisch ambitionierte Sänger und Chöre schätzen das Stück für seine emotionale Tiefe und seine historische Authentizität.

Für wen eignet sich das Lied weniger?

Für eine rein festliche und unbeschwerte Weihnachtsfeier mit kleinen Kindern ist das Lied aufgrund seines traurigen Themas weniger geeignet. Wer ausschließlich fröhliche und eingängige Melodien zum Mitsingen sucht, wird mit dieser getragenen Klage vielleicht nicht viel anfangen können. Auch für Hintergrundbeschallung während des Weihnachtsessens oder beim Geschenkeeinpacken ist die düstere Stimmung wahrscheinlich fehl am Platz. Menschen, die in der Weihnachtszeit ausschließlich Trost und ungetrübte Freude erwarten, könnten von der direkten Konfrontation mit der tragischen Geschichte überfordert sein.

Abschließende Empfehlung

Wähle das Coventry Carol genau dann, wenn du einen Moment der Stille und der ehrlichen Reflexion in deine Adventszeit einbauen möchtest. Der perfekte Moment ist ein ruhiger Abend, vielleicht nach einem stressigen Tag, an dem du dir bewusst Zeit nimmst, eine schöne Aufnahme anzuhören und den Text wirken zu lassen. Es ist das ideale Lied, um die Weihnachtsgeschichte einmal von einer anderen, ernsteren Seite kennenzulernen und sich daran zu erinnern, warum das Licht in der Dunkelheit so kostbar ist. Es bereichert dein Weihnachtserlebnis um eine Dimension der Tiefe, die du so schnell nicht vergessen wirst.

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