Rockige Weihnachtslieder

Weihnachten steht vor der Tür. Der Tannenbaum ist geschmückt. Die Plätzchen sind gebacken. Welche Traditionen Ihr auch in Eurer Familie habt, es ist alles vorbereitet. In den letzten Tagen ist die Vorfreude auf Heiligabend besonders groß. Vor allem, wenn Kinder im Haus sind. Damit der Abend aber rundum stimmt, fehlt noch etwas. Die musikalische Untermalung.

Eigentlich ist Weihnachten die Zeit der Besinnlichkeit. Man wünscht sich ruhige Feiertage und eine erholsame Zeit. Aber muss das unbedingt sein? Vielleicht seid Ihr kein Freund der klassischen Musik. Vielleicht gefallen Euch E-Gitarren besser als ein Streichorchester. Wer sagt denn, dass Weihnachten nicht auch rockig sein kann? Tatsächlich gibt es eine nicht gerade kleine Auswahl an Rockmusik, die extra für die Weihnachtszeit produziert wurde. Eine Paradebeispiel dafür, dass Weihnachten nicht immer still und besinnlich sein muss, liefern zahlreiche Rockgrößen, die Weihnachten auf ihre ganz eigene Art musikalisch interpretiert haben. Aber auch Klassiker des Weihnachtsrocks finden immer wieder ins Radio und in den CD- oder DVD-Spieler.

Inhaltsverzeichnis

Rockige Weihnachtslieder zum Anhören und Mitsingen

Einen kleinen Überblick über die unterschiedlichsten Songs, die rockiger und lebendiger ausfallen, findet Ihr im Folgenden.

Alice Cooper - Santa Claus is coming to town

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Youtube Video / Dauer: 4:21 Minuten

Charlie Parra - Jingle Bells

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Youtube Video / Dauer: 1:57 Minuten

Christmas Rock - Silent Night / We Wish You A Merry Christmas

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Green Day - Xmas Time Of The Year

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Guns N' Roses - White Christmas

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Yule Rock - Winter Wonderland

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Warum Rock und Weihnachten keine Widersprüche sind

Auf den ersten Blick scheinen Weihnachten und Rockmusik polar entgegengesetzt zu sein. Hier die stille Heilige Nacht, die Kerze, die Kindheitserinnerung. Dort das verzerrte Gitarrenriff, die schlagende Bassdrum, die Stimme, die schreit statt flüstert. Aber schau etwas genauer hin - und der vermeintliche Widerspruch löst sich auf.

Rock ist im Kern Musik über menschliche Extreme: Sehnsucht, Freiheit, Leidenschaft, Rebellion gegen das Alltägliche. Und Weihnachten? Ist ebenfalls ein Fest der Extreme - eine Zeit, in der Gefühle stärker sind als sonst, in der Hoffnung und Enttäuschung eng beieinanderliegen, in der man sich entweder vollkommen geborgen oder vollkommen allein fühlen kann. Diese emotionalen Extremzustände sind der natürliche Lebensraum der Rockmusik. Es war also keine Frage ob, sondern wann sich beide Welten berühren würden.

Wie der Rock 'n' Roll Weihnachten entdeckte

Die Geschichte des Weihnachtsrocks beginnt früher als die meisten denken. Schon in den späten 1950er Jahren, als Rock 'n' Roll gerade dabei war, die Popkultur auf den Kopf zu stellen, entdeckten die ersten Künstler das Weihnachtsfest als eigenes Terrain.

Chuck Berry veröffentlichte 1958 "Run Rudolph Run" und legte damit einen Grundstein, der bis heute trägt. Das Lied ist im Kern purer Rock 'n' Roll - treibende Rhythmusgitarre, mitreißendes Riff, ein Text über einen Jungen, der sich Spielzeug wünscht. Das Weihnachtsthema ist dabei kein Kompromiss, sondern eine perfekte Wahl: Berry nahm das Fest der Kinder und spielte es mit der Energie der Jugend. Das Ergebnis klingt auch sechzig Jahre später noch frisch.

In den folgenden Jahrzehnten folgten immer mehr Rockacts. Die 1970er und 1980er brachten eine Welle von Weihnachts-Rockproduktionen, von Glam-Rock-Interpretationen bis zu Punk-Verrissen des bürgerlichen Weihnachtsfestes. Jedes Jahrzehnt hat seinen eigenen rockigen Weihnachtsklassiker hervorgebracht - und zusammengenommen bilden diese Lieder eine Parallelgeschichte des Rock, gespiegelt im Spiegel eines einzigen Festes.

Was Rock-Weihnachtsmusik emotional leistet

Es gibt Momente im Dezember, in denen man einfach keine Besinnlichkeit verträgt. Nach dem dritten Adventswochenende mit "Leise rieselt der Schnee" im Supermarkt, nach der fünften Gesprächsrunde über Schwiegereltern-Kompromisse, nach einer stressigen Woche vor dem Fest - da kann eine E-Gitarre, die unvermittelt in einen Weihnachtsriff einsteigt, das Richtige sein. Nicht als Ablenkung, sondern als echte emotionale Antwort auf eine echte emotionale Situation.

Rock-Weihnachtsmusik gibt der aufgestauten Energie des Dezembers eine Form. Sie erlaubt es, die Anspannung der Vorbereitungszeit in Bewegung zu verwandeln - den Kopf zu nicken, lauter zu singen als sonst, mit dem Fuß zu stampfen. Das ist keine Oberflächlichkeit, das ist emotionale Regulierung. Wer nach einem stressigen Heiligabend-Shoppingmarathon eine halbe Stunde rockige Weihnachtslieder hört, betritt das Fest entspannter als jemand, der sich mit gesenkter Stimme durch sanfte Streichersounds beruhigen lassen sollte und es nicht konnte.

Rocklegenden und ihre Weihnachtsmomente

Kaum eine große Rockband hat Weihnachten vollständig ignoriert. Die Liste der Legenden, die mindestens ein Weihnachtslied aufgenommen oder live gespielt haben, ist lang - und die Ergebnisse sind so verschieden wie die Bands selbst.

  • Bruce Springsteen hat Weihnachtskonzerte gegeben, die zu Legenden wurden. Sein "Santa Claus Is Comin' to Town" aus einer Live-Aufnahme von 1975 ist ein Monument des Weihnachtsrocks - fast zehn Minuten lang, mit Bläsern, mit Chorjubel, mit Springsteen in seiner besten Live-Form. Dieses Lied ist kein Weihnachtslied mehr, es ist ein Konzertwerk.
  • AC/DC haben mit "Mistress for Christmas" gezeigt, dass auch härterer Rock einen Platz im Weihnachtskalender haben kann. Das Lied ist stilistisch so klar AC/DC, dass man vergisst, ein Weihnachtslied zu hören - bis man auf den Text achtet.
  • The Kinks und ihr "Father Christmas" aus dem Jahr 1977 ist eines der pointiertesten Weihnachtslieder der Rockgeschichte: ein Kind, das sich keine Spielzeuge, sondern Geld für seine arme Familie wünscht. Ein Weihnachtslied mit sozialkritischem Unterton, verpackt in treibendem Punkrock.
  • Wham! - zwar nicht reine Rockmusik, aber mit einem Gitarrenriff gesegnet, der sich über vier Jahrzehnte gehalten hat. "Last Christmas" ist musikalisch so einprägsam, dass er auch in dieser Liste einen Platz verdient, ob man Rock-Puristen damit begeistert oder nicht.

Von Hard Rock bis Punk: Welches Rock-Subgenre zu welchem Fest passt

Rockmusik ist keine monolithische Gattung. Was unter dem Begriff zusammengefasst wird, reicht von sanftem Classic Rock bis zu Metal, von Punkrock bis zu Country-Rock. Und je nach Subgenre klingen Weihnachtslieder komplett unterschiedlich.

Classic Rock eignet sich für den Heiligabend selbst - warme Gitarren, vertraute Strukturen, ein Sound, der breit zugänglich ist und auch Menschen anspricht, die sich nicht als Rock-Fans bezeichnen würden. Springsteen, Tom Petty, The Rolling Stones - ihr weihnachtliches Output klingt einladend statt ausgrenzend.

Punk passt besser in die Tage davor oder danach. Das Aggressive, das Ironische, das Gegen-den-Strom-Schwimmen des Punk klingt im Rückblick auf einen nervenaufreibenden Dezember oder im Angriff auf das neue Jahr stimmiger als in der stillen Stunde vor dem Bescheren. "Father Christmas" von The Kinks oder "Christmas at Ground Zero" von Weird Al Yankovic funktionieren in diesem Kontext perfekt.

Heavy Metal und Hard Rock schließlich sind die ehrlichsten Formen des Weihnachtsrocks - sie machen keinerlei Zugeständnis ans Besinnliche und feiern das Fest laut und unverblümt. Für manche ist das die einzig mögliche Art, Weihnachten auszuhalten. Auch das ist ein legitimes Verhältnis zum Fest.

Weihnachtsklassiker im Rockgewand: Wenn Tradition auf Lautstärke trifft

Eine der produktivsten Spannungsfelder im Rock-Weihnachtsrepertoire sind die Neuinterpretationen klassischer Weihnachtslieder. Was passiert, wenn "God Rest Ye Merry Gentlemen" mit einer verzerrten Leadgitarre gespielt wird? Was ergibt sich, wenn "We Wish You a Merry Christmas" von einer Punkband übernommen wird?

Die Antwort ist überraschend oft: Es ergibt sich etwas Gutes. Gute Rock-Coverversionen von Weihnachtsklassikern respektieren die Melodie - sie lassen sie erkennbar, manchmal sogar unangetastet - und verändern nur den Rahmen. Die Melodie von "God Rest Ye Merry Gentlemen" ist modal, alt, mit einer leichten Düsternis, die zu verzerrten Gitarren passt wie zu einer Kirchenorgel. Wer das hört, versteht, warum das Lied in so vielen Rock-Versionen existiert.

Schlecht gelingt es, wenn der Rock das Lied erschlägt - wenn die Verzerrung so laut ist, dass die Melodie verloren geht, oder wenn der Vortrag so aggressiv ist, dass kein Weihnachtsfeeling mehr übrig bleibt. Das ist keine Interpretation mehr, das ist Zerstörung. Die besten Weihnachtsrock-Covers finden die Balance: laut genug, um zu überraschen - melodisch genug, um zu berühren.

Eine rockige Weihnachtsplaylist zusammenstellen

Eine gute Rock-Weihnachtsplaylist ist mehr als eine Sammlung lauter Lieder. Sie hat eine Dramaturgie - einen Bogen, der durch den Abend führt und der verschiedene Stimmungen bedient, ohne dabei den rockigen Grundcharakter aufzugeben.

Fang mit energetischeren Stücken an, die die Stimmung aufbauen - das sind die Tracks, zu denen man unwillkürlich lauter mitsummt und den Fuß mitklopft. Chuck Berrys "Run Rudolph Run" oder Springsteens "Santa Claus Is Comin' to Town" eignen sich ideal als Opener: Sie sind bekannt, eingängig und haben sofort Schwung.

Füge in der Mitte der Playlist die melodischeren Stücke ein - Balladen im Rock-Gewand, Lieder mit Gitarrenarbeit, die mehr zeigt als prügelt. Hier darf der Abend kurz durchatmen. Dann kommt der dritte Teil: die Lieder, bei denen man aufsteht. Härteres Material, treibende Rhythmen, vielleicht ein paar Punk-Weihnachtslieder, die den Dezember mit einem Grinsen abreißen. Eine Playlist, die so gebaut ist, trägt durch einen ganzen Weihnachtsabend - ohne dass jemand auch nur einmal "Stille Nacht" vermisst.

Fragen zu rockigen Weihnachtsliedern

Gibt es rockige Weihnachtslieder auf Deutsch?

Ja, aber das Angebot ist schmaler als im englischsprachigen Raum. Die deutschsprachige Rockszene hat Weihnachten seltener als eigenständiges Thema aufgegriffen als ihre britischen oder amerikanischen Kollegen. Was es gibt, findet man bei deutschen und österreichischen Rockbands, die gelegentlich Weihnachtssingles veröffentlicht haben, sowie bei Neuinterpretationen bekannter Weihnachtslieder in Rock-Arrangements. Die Suche lohnt sich - die Entdeckungen sind überraschend.

Kann man rockige Weihnachtslieder auf einer Familienfeier mit Kindern und Großeltern spielen?

Das hängt stark von der Familie ab. Classic-Rock-Weihnachtslieder - Springsteen, The Kinks, Chuck Berry - sind in der Regel so eingängig und melodisch, dass sie generationenübergreifend funktionieren. Heavy Metal oder Punk-Weihnachtslieder verlangen von Großeltern und kleinen Kindern ein gewisses Wohlwollen. Ein guter Kompromiss ist die Mixed-Playlist: klassische Weihnachtslieder wechseln sich mit Rock-Versionen ab, sodass keine Seite das Gefühl hat, ihr Weihnachten würde gekapert.

Was ist das bekannteste rockige Weihnachtslied aller Zeiten?

Springsteen-Fans würden "Santa Claus Is Comin' to Town" nennen. Rock-'n'-Roll-Puristen würden für Chuck Berrys "Run Rudolph Run" stimmen. Wer Wham! zur Rockmusik zählt - was man vertreten kann - käme mit "Last Christmas" ins Rennen. Einen objektiven Sieger gibt es nicht, aber alle drei Titel tauchen auf nahezu jeder Rock-Weihnachtsliste der Welt auf. Ihre gemeinsame Qualität: Sie klingen nach Weihnachten und nach Rock zugleich, ohne dass eines das andere dominiert.

Warum machen Rockbands überhaupt Weihnachtslieder?

Motivationen sind vielfältig. Manche tun es, weil der Weihnachtsmarkt kommerziell attraktiv ist - ein Weihnachtssong kann einer Band in einer einzigen Saison mehr Airplay bringen als ein regulärer Single im Rest des Jahres. Andere tun es aus echter Begeisterung für das Fest oder für den kreativen Reiz, etwas Vertrautes in eine völlig andere musikalische Sprache zu übersetzen. Und manche tun es einfach, weil ein Konzert im Dezember ohne ein Weihnachtslied im Set unvollständig wäre. Alle drei Gründe haben schon zu guten Ergebnissen geführt.

Sind Metal-Weihnachtslieder wirklich verbreitet?

Mehr als du vielleicht denkst. Metal als Genre hat ein ausgeprägtes Verhältnis zur eigenen Mythologie und zur Überwältigung durch Klang - und Weihnachten bietet dafür überraschend fruchtbaren Boden: die Düsternis des Winters, das Überwältigende des Festes, die Polarität von Licht und Finsternis. Einige Metal-Bands haben ernsthafte Weihnachtsalben produziert, die stilistisch kompromisslos sind und trotzdem weihnachtliche Gefühle erzeugen. Wer neugierig ist, wird bei einer kurzen Recherche mit "Metal Christmas" oder "Christmas Metal" fündig.

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