Bayerische Weihnachtslieder

Im Freistaat Bayern, mit seiner zur Weihnachtszeit opulent geschmückten Landeshauptstadt München, spielt das Christfest eine wichtige Rolle. Es ist im bayerischen Brauchtum fest verankert. Neben den glitzernden Christkindlmärkten und den schneebedeckten Bergen gehört auch die Musik zu einem zünftigen Weihnachtsfest mit dazu.

Daher sind in dieser Rubrik zahlreiche bayerische Weihnachtslieder aufgelistet. Gerne werden sie zur Gitarre gesungen. Ländliche Musik in bayerischer Mundart ertönt traditionell an Weihnachten in Privathäusern und Dorfkneipen, begleitet von Gitarre, Harfe und Hackbrett. Aber auch in den Kirchen um den Christtag herum werden diese Lieder bei Hirten- und Krippenspielen gern gesungen.

Besonders im alpenländischen Raum können sich die Bergbewohner in den Hirtenliedern mit lokaler Färbung wieder finden, denn oft fließt die Beschreibung ihres eigenen mühsamen und arbeitsreichen Lebens in die mundartlichen Texte ein.

Die bayerischen Weihnachtslieder sind geprägt von einem frommen Volksglauben. Das "Christkindl" wird mit Wiegenliedern in den Schlaf gesungen, Maria und Joseph sowie die Anbetung durch die herbei geeilten Hirten stehen im Mittelpunkt dieser innigen Musik.
Dies ist eine eher leise Musik für eine stille, besinnliche Adventszeit, die nach Orangen und Zimtsternen duftet, mit Kerzenlicht und Weihnachtsbäumen, unter denen selbst gefertigte Krippen das eigentliche Weihnachtsgeschehen nicht nur den Kindern näher bringen.

Weihnachtslieder Texte aus Bayern

In Bayern gehört Volksmusik zu den meisten Festen mit dazu. So auch zu Weihnachten. Daher haben wir im Folgenden einige alpenländische Weihnachtslieder für Euch gesammelt, die perfekt in den Advent passen. Viel Freude damit!

Wer klopfet an?
Wer klopfet an? O zwei gar arme Leut!
Was wollt ihr denn? O gebt uns Herberg heut!
O durch Gottes Lieb wir bitten,
öffnet uns doch eure Hütten!
O nein, nein, nein! O lasset uns doch ein!
Es kann nicht sein. Wir wollen dankbar sein.
Nein, nein, nein, es kann nicht sein.
Da geht nur fort, ihr kommt nicht rein.

Wer vor der Tür? Ein Weib mit ihrem Mann.
Was wollt denn ihr? Hört unser Bitten an!
Lasset heut bei euch uns wohnen.
Gott wird euch schon alles lohnen!
Was zahlt ihr mir? Kein Geld besitzen wir!
Dann geht von hier! O öffnet uns die Tür!
Ei, macht mir kein Ungestüm,
da packt euch, geht wo anders hin!

Was weinet ihr? Vor Kält erstarren wir.
Wer kann dafür? O gebt uns doch Quartier!
Überall sind wir verstoßen,
jedes Tor ist uns verschlossen!
So bleibt halt drauß! O öffnet uns das Haus!
Da wird nichts draus. Zeigt uns ein andres Haus.
Dort geht hin zur nächsten Tür! Ich hab nicht Platz, geht nur von hier!

Da geht nur fort! O Freund, wohin, wo aus?
Ein Viehstall dort! O Josef, nur hinaus!
Ach mein Kind, nach Gottes Willen
musst du schon die Armut fühlen!
Jetzt packt euch fort! O dieses harte Wort!
Zum Viehstall dort! O wohl ein schlechter Ort!
Ei, der Ort ist gut für euch; ihr braucht nicht viel, da geht nur gleich!

Autor: unbekannt

A A A, das Kindlein lieget da
A A A, das Kindlein lieget da
Es lieget da ganz nackt und bloß
es weinet in der Mutter Schoß
A A A, das Kindlein lieget da

E E E, nach Bethlehem ich geh
Willst du nicht auch das Kind verehrn?
Ja, ja von Herzen tu ich´´ s gern.
E E E, nach Bethlehem ich geh

I I I, von Herzen kränkt es mi
daß es im Stall muß liegen
die Krippe ist sein Wiegen
I I I, von Herzen kränkt es mi

O O O, wie wär ich doch so froh
wenn mein Häusel zu Bethle´m stund
daß ich dem Kindlein dienen kunnt´
O O O, wie wär ich doch so froh

U U U, das Ochslein schreiet muh
Öchselein und Eselein
Gott schütze uns das Kinderlein
U U U, das Ochslein schreiet muh

Autor: unbekannt

Es blühen die Maien
Es blühen die Maien
bei kalter Winterzeit,
ist alles im Freien
auf unrer Schäferswaid.
Ja, alles blüht in schönster Pracht,
die Erd hat süßen Duft gebracht.
Es singet und klinget:
Flöten blasen, Harfen schlagen,
und ich kann's nicht all hersag'n,
was sich zugetrag'n.

Heut ist uns geboren
der Heiland dieser Welt
und Gott ist Mensch geworden,
wie uns die Schrift vermeldt.
Es singt die schöne Nachtigall,
ich sah vom Himmel einen Strahl
hell werden auf Erden:
Sonne steigt vom Himmelssaal
und neiget sich auf einen Stall,
Engel singen all.

Ach Kind, lass geschehen,
dass ich in voller Freud
dich einmal kann sehen
in deiner Herrlichkeit.
Du wirst mein Tröster sein,
wenn arm ich dann vor dir erschein.
Dein Weinen lass scheinen,
gib mir darum wahre Reu,
weil noch die Zeit der Gnaden sei,
Kindlein, steh mir bei.

Autor: unbekannt

Der Morgenstern ist aufgedrungen
Der Morgenstern ist aufgegangen,
er leuchtet daher zu dieser Stunde,
hoch über Berg und tiefe Tal,
für Freud singt uns der lieben Engel Schar.

Christus im Himmel wohl bedachte,
wie er uns reich und selig machte,
wie er uns führt ins Paradies,
darum in großer Lieb den Himmel er verließ.

Dich, heilger Herre Christ, wir preisen
mit frohem Sinn und hellen Weisen;
du leuchtest vielen nah und fern.
So leucht auch uns, du lieber Morgenstern.

Autor: unbekannt

Willst du noch länger draußen stehn
Willst du noch länger draußen stehn,
gesegneter des Herrn?
Ich fühle deinen Atem wehn
und weiß, du bist nicht fern.

Die Pforten sind weit aufgetan
für dich, du werter Gast.
Sieh meine Niedrigkeit nicht an
und halte bei mir Rast!

Mein brennend Herz verlangt nach dir,
um ganz sich dir zu weihn.
Herr Jesu, komm, kehr ein bei mir,
wohn in mir, du allein!

Schließ aus die Welt, schließ alles aus,
was mich von dir noch trennt,
und mach mein Herz zum Gotteshaus
bis an mein selig End!

Autor: Julius Sturm

Es wird scho glei dumpa
Es wird scho glei dumpa,
es wird scho glei Nacht,
drum kimm i zu dir her,
mei Heiland auf d'Wacht.
Will singa a Liadl,
dem Liebling dem kloan,
du mogst ja net schlafa,
I hear di scho woan.
Hei, hei hei hei,
schlaf siaß, herzliabs Kind!

Vergiß jetzt, o Kinderl,
dein Kumma, dei Load,
daß du da mußt leidn
im Stall auf da Hoad.
Es ziem ja die Engerl
dei Liagerstatt aus,
möcht schöner nit sei drin
an König sei Haus.
Hei, hei hei hei,
schlaf siaß, herzliabs Kind!

Ja Kinderl, du bist halt
im Kripperl so schen,
mi ziemt, i kann nimmer
da weg von dir gehn.
I wünsch dir von Herzen
die süaßte Ruah,
die Engerl vom Himmel,
die deckn di zua.
Hei, hei hei hei,
schlaf siaß, herzliabs Kind!

Schließ zua deine Äugerl
in Ruh und in Fried,
und gib ma zum Abschied
dein Seg'n no grad mit!
Dann wird a mein Schlaferl
so sorgenlos sein,
dann kann i mi ruhig
aufs Niedalegn freun.
Hei, hei hei hei,
schlaf siaß, herzliabs Kind!

Autor: Anton Reidinger

Weihnachtslied zum Anhören und Mitsingen auf bayerisch (Es wird scho glei dumpa)

Youtube Video / Dauer: 03:57 Minuten

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