Schöne Weihnachtslieder
Du triffst Dich zur Weihnachtsfeier mit Deinen Kollegen. Es wird gewichtelt und gelacht. Zu Hause öffnest Du mit Deinen Kindern jeden Tag ein Türchen vom Adventskalender und blickst in die erwartungsvollen Kinderaugen, die Dich Tag ein Tag aus fragen: "Wann ist endlich Weihnachten? Wann kommt der Weihnachtsmann?" Die Weihnachtszeit und deren magischer Zauber haben auch Dich gepackt. Jetzt fehlen Dir nur noch schöne Weihnachtslieder, um die Stimmung zu veredeln.
Was wäre die Adventszeit nur ohne schöne Lieder? Was wären die stimmungsvollen Abende bei Kerzenschein und duftendem Zimtgebäck, wenn wir im Hintergrund nicht schönste Weihnachtsmusik hören könnten?
Klassiker wie Kling, Glöckchen, klingelingeling, Leise rieselt der Schnee oder Stille Nacht, heilige Nacht! gehören zum Weihnachtsfest einfach dazu. Zudem lassen uns weihnachtliche Kinderlieder, wie bspw. das bekannte Lied zum Nikolaus Lasst uns froh und munter sein, in frühkindlichen Erinnerungen schwelgen.
Die Zeiten ändern sich zwar, aber die liebgewonnenen Traditionen des Weihnachtsfestes bleiben über die Jahre bestehen. Wir backen gemeinsam Lebkuchen oder Spekulatius, wir erzählen uns Weihnachtsgeschichten und gönnen uns einen Glühwein beim Plausch auf dem Weihnachtsmarkt. Dabei vervollkommnen schöne Lieder den Charakter von Weihnachten.
Willst auch Du Dich in diesem Jahr von den schönsten Weihnachtsliedern mitreißen lassen? Lieder, die Du kennst und ohne die Weihnachten nicht Weihnachten wäre. Höre Dir diese Klassiker an oder singe mit. Schließlich gehören sie zu Weihnachten wie die Christbaumkugeln zum Weihnachtsbaum.
Inhaltsverzeichnis
- Schöne Weihnachtslieder Liedtexte
- Was ein Weihnachtslied wirklich schön macht
- Wie Musik die Weihnachtsstimmung erst vollständig macht
- Schöne Weihnachtslieder für verschiedene Dezembermomente
- Das Schöne hinter dem Vertrauten: Was du über deine Lieblingslieder vielleicht noch nicht weißt
- Weihnachtsfeier, Glühwein, Markt: Wo schöne Lieder besonders wirken
- Kindheitserinnerungen und warum sie so hartnäckig bleiben
- Die persönliche Weihnachtsplaylist: Ein Geschenk an sich selbst
- Fragen zu schönen Weihnachtsliedern
- Schöne Weihnachtslieder zum Anhören und Mitsingen
Schöne Weihnachtslieder Liedtexte
Lass Dich vom Klang edler Weihnachtsglocken verzaubern. Lass Dich mitreißen von feierlichen Trompeten, die schönste Weihnachtslieder einstimmen. Das Fest der Liebe wird weltweit gefeiert und es wäre sicher nur halb so schön, wenn wir uns nicht von wunderschöner Musik inspirieren lassen dürften. Die Texte unten stehen hierfür zur Verfügung.
Tipp: Unter den Klassikern findet Ihr noch zahlreiche weitere schöne Werke deutschen Liedgutes.
Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen
Autor: Hermann Kletke
Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen,
wie glänzt er festlich, lieb und mild,
als spräch' er: "Wollt in mir erkennen
getreuer Hoffnung stilles Bild!"
Die Kinder stehn mit hellen Blicken,
das Auge lacht, es lacht das Herz,
o fröhlich seliges Entzücken!
Die Alten schauen himmelwärts.
Zwei Engel sind hereingetreten,
kein Auge hat sie kommen seh'n,
sie gehn zum Weihnachtstisch und beten,
und wenden wieder sich und geh'n.
"Gesegnet seid, ihr alten Leute,
gesegnet sei, du kleine Schar!
Wir bringen Gottes Segen heute
dem braunen wie dem weißen Haar.
Zu guten Menschen, die sich lieben,
schickt uns der Herr als Boten aus,
und seid ihr treu und fromm geblieben,
wir treten wieder in dies Haus."
Kein Ohr hat ihren Spruch vernommen,
unsichtbar jedes Menschen Blick
sind sie gegangen wie gekommen,
doch Gottes Segen blieb zurück.
Christkind
Autor: Robert Reinick
Die Nacht vor dem Heiligen Abend
Da liegen die Kinder im Traum,
Sie träumen von schönen Sachen
Und von dem Weihnachtsbaum.
Und während sie schlafen und träumen,
Wird es am Himmel klar,
Und durch den Himmel fliegen
Drei Engel wunderbar.
Sie tragen ein holdes Kindlein,
Das ist der heil'ge Christ,
Es ist so fromm und freundlich,
Wie keins auf Erden ist.
Und wie es durch den Himmel
Still über die Häuser fliegt,
Schaut es in jedes Bettchen,
Wo nur ein Kindlein liegt.
Und freut sich über Alle,
Die fromm und freundlich sind,
Denn solche liebt von Herzen
Das liebe Himmelskind;
Wird sie auch reich bedenken
Mit Lust auf's Allerbest,
Und wird sie schön beschenken
Zum morgenden Weihnachtsfest.
Heut' schlafen noch die Kinder
Und seh'n es nur im Traum,
Doch morgen tanzen und springen
Sie um den Weihnachtsbaum.
Fröhliche Weihnacht überall!
Autor: unbekannt
"Fröhliche Weihnacht überall!"
tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
Weihnachtsduft in jedem Raum!
"Fröhliche Weihnacht überall!"
tönet durch die Lüfte froher Schall.
Darum alle
stimmet in den Jubelton,
denn es kommt das Licht der Welt
von des Vaters Thron.
"Fröhliche Weihnacht überall!"...
Licht auf dunklem Wege,
unser Licht bist du;
denn du führst, die dir vertrau’n,
ein zu sel’ger Ruh’.
"Fröhliche Weihnacht überall!"...
Was wir ander’n taten,
sei getan für dich,
daß bekennen jeder muß,
Christkind kam für mich.
"Fröhliche Weihnacht überall!"
O Christkindlein, komm doch zu uns herein
Autor: Fr. Schmidt
O Christkindlein, o Christkindlein,
komm doch zu uns herein!
Wir bitten dich so lange schon,
wir Kinder groß und klein.
Das Tischchen ist gedecket,
das Stübchen ist gekehrt,
wir harren an der Türe still,
bis du uns hast beschert.
O Christkindlein, o Christkindlein,
vergiß nicht unser Haus,
und schütte deinen Weihnachtssack
auf unser Tischchen aus!
Und deine großen Taschen,
die öffne nur geschwind
und bau viel schöne Sachen auf
für jedes gute Kind!
O Christkindlein, o Christkindlein,
vergiß den Baum auch nicht
mit Äpfeln, Nüssen, Zuckerwerk
und manchem hellen Licht.
Wir wollen auch recht artig
und folgsam immer sein:
Komm, liebes, gutes Christkindlein,
nur schnell zu uns herein!
O selige Nacht!
Autor: unbekannt
O selige Nacht!
In himmlischer Pracht
erscheint auf der Weide
ein Bote der Freude
dem Hirten, der nächtlich
die Herde bewacht.
Wie tröstlich er spricht:
"O fürchtet euch nicht!
Ihr waret verloren,
heut’ ist euch geboren
der Heiland, der allen
das Leben verspricht.
Seht Bethlehem dort,
den glücklichen Ort!
Da werdet ihr finden,
was wir euch verkünden,
das sehnlichst erwartete
göttliche Wort."
O tröstliche Zeit,
die alle erfreut!
Sie hebet die Schmerzen,
sie weitet die Herzen
zum Danke, zur Liebe,
zur himmlischen Freud’.
Was soll das bedeuten?
Autor: unbekannt
Was soll das bedeuten? Es taget ja schon.
Ich weiß wohl, es geht erst um Mitternacht rum.
Schaut nur daher. Schaut nur daher.
Wie glänzen die Sternlein je länger, je mehr.
Treibt z'sammen, treibt z'sammen die Schäflein fürbaß!
Treibt z'sammen, treibt z'sammen, dort zeig ich euch was:
Dort in dem Stall, dort in dem Stall
werdet Wunderding sehen, treibt z'sammen einmal!
Ich hab nur ein wenig von weitem geguckt,
da hat mir mein Herz schon vor Freuden gehupft:
Ein schönes Kind, ein schönes Kind
liegt dort in der Krippe bei Esel und Rind.
Weihnacht, wie bist du schön
Autor: unbekannt
Weihnacht, wie bist du schön!
Schöner ist nichts zu sehn!
Nichts in der ganzen Welt
mir so gefällt.
Freut sich auch groß und klein
beim hellen Kerzenschein.
wenn wieder Weihnacht ist,
o heil'ger Christ.
Jesus Christ, Gottes Sohn,
Kam von des Himmels Thron
und mit ihm hell und klar
die Engelschar.
Da klang ein Lied so süß,
Lied aus dem Paradies,
sang wie so schön du bist,
o heil'ger Christ!
Nur Gottes Engelschar
singt das Lied immerdar,
immer so wundersüß
im Paradies.
Wenn ich ein Engel bin.
komme ich auch dahin,
singe wie schön du bist,
o heil'ger Christ
Weihnachtsfreude
Autor: unbekannt
Freut euch, ihr lieben Christen, freut euch von Herzen sehr!
Euch ist geboren Christus, wahrlich, recht gute Mähr!
Es singen uns die Engel aus Gottes hohem Thron,
gar lieblich tun sie singen, fürwahr ein'n süßen Ton!
Gar lieblich tun sie singen, fürwahr ein'n süßen Ton!
Fürwahr ein'n süßen Ton!
Was ein Weihnachtslied wirklich schön macht
Schönheit bei Musik ist notorisch schwer zu fassen. Was den einen bewegt, lässt den anderen kalt. Und doch gibt es bei Weihnachtsliedern eine erstaunliche Einigkeit darüber, welche als schön empfunden werden - eine Einigkeit, die Generationen und Stilpräferenzen übersteigt. Das ist ungewöhnlich und erklärungswürdig.
Ein Teil der Antwort liegt im melodischen Bau dieser Lieder. Die schönsten Weihnachtslieder haben Melodien, die einem bestimmten psychologischen Muster folgen: Sie bauen eine Spannung auf und lösen sie auf eine befriedigende Weise auf. Dieser Bogen aus Erwartung und Erfüllung, aus Steigen und Fallen, erzeugt das Gefühl von Vollständigkeit - ein ästhetisches Äquivalent zum Seufzen der Erleichterung. Musik, die dieses Muster trifft, wird als schön empfunden, weil sie sich richtig anfühlt.
Der andere Teil der Antwort ist persönlicher: Schönheit entsteht auch durch Verbindung. Ein Lied, das mit einem bestimmten Abend, einer bestimmten Person, einem bestimmten Geruch verknüpft ist, gewinnt durch diese Assoziation eine emotionale Aufladung, die über die Noten hinausgeht. Beide Faktoren zusammen - der musikalische Bau und die persönliche Geschichte - machen aus einem Lied ein schönes Weihnachtslied.
Wie Musik die Weihnachtsstimmung erst vollständig macht
Wer schon einmal Weihnachten ohne Musik erlebt hat - durch Krankheit, durch Umstände, die keinen Platz für Lieder ließen - weiß, wie viel fehlt. Die Kerzen brennen, der Baum steht, die Geschenke liegen bereit, und doch wirkt alles ein bisschen flacher, ein bisschen weniger. Musik ist nicht die Dekoration des Festes - sie ist sein unsichtbares Fundament.
Das liegt daran, dass Musik Zeit gestaltet. Eine Stunde mit Weihnachtsliedern im Hintergrund ist eine andere Stunde als dieselbe Zeit in Stille. Die Lieder geben dem Abend eine Textur, einen Rhythmus, eine emotionale Farbe. Sie signalisieren dem Körper und dem Geist: Jetzt ist etwas Besonderes. Jetzt darf man loslassen, genießen, ankommen. Dieses Signal ist mächtiger als jede Kerze und jeder Tannenduft.
Schöne Weihnachtslieder für verschiedene Dezembermomente
Nicht jeder Moment im Dezember klingt gleich. Das Adventskaffee am Sonntagnachmittag hat eine andere Stimmung als die Weihnachtsfeier mit Kollegen, und der stille Heiligabend nach dem Bescherungsrummel verlangt nach anderen Liedern als das Plätzchenbacken mit Kindern. Wer das berücksichtigt, baut einen Dezember, der klanglich so vielschichtig ist wie das Fest selbst.
- Beim Backen und Basteln: Lebhafte, gut bekannte Lieder, die nebenher laufen können, ohne Aufmerksamkeit zu fordern. Lieder, die man mitsummen kann, ohne nachzudenken.
- Beim ruhigen Adventskaffee: Sanftere, instrumentale oder a cappella gesungene Versionen der Klassiker. Dieser Moment gehört der Stille mehr als dem Jubel.
- Auf dem Weihnachtsmarkt: Lieder, die auch in der Außenwelt funktionieren - kräftig im Klang, klar in der Melodie, zum Mitsingen einladend.
- Am Heiligabend selbst: Die wenigen Lieder, die wirklich zählen. Hier ist weniger mehr - ein oder zwei sorgfältig gewählte Stücke, die dem Abend eine Form geben, wiegen mehr als eine endlose Playlist.
- In den Tagen nach Weihnachten: Ruhigere Interpretationen, weniger bekannte Lieder, Instrumental-Versionen. Der Lärm des Festes ist vorbei; jetzt darf Weihnachtsmusik nachhallen statt aufpeitschen.
Das Schöne hinter dem Vertrauten: Was du über dein Lieblingslieder vielleicht noch nicht weißt
Die bekanntesten Weihnachtslieder kennt fast jeder - aber die Geschichten hinter ihnen sind weit weniger geläufig. Und diese Geschichten bereichern das Hören auf eine Weise, die sich kaum in Worte fassen lässt.
"Kling, Glöckchen, klingelingeling" wurde von Karl Enslin im 19. Jahrhundert geschrieben und war ursprünglich ein Gedicht für seine Tochter - ein persönliches Weihnachtsgeschenk, das er in Musik kleidete. Dass dieser intime Vater-Tochter-Moment zu einem der bekanntesten deutschen Weihnachtslieder wurde, ist eine dieser stillen Ironien der Kulturgeschichte.
"Leise rieselt der Schnee" von Eduard Ebel, entstanden 1895, hat keinen religiösen Inhalt - es ist ein reines Stimmungslied, das die Winterabendatmosphäre beschreibt. Das macht es so universell: Es gehört niemandem ausschließlich, es passt überall, und es klingt in fast jedem Raum richtig.
Und "O Tannenbaum", dessen Melodie auf ein Volkslied zurückgeht und dessen Text mehrfach überarbeitet wurde, hat im 19. Jahrhundert seinen Weg aus Deutschland in die ganze englischsprachige Welt gefunden. Die Melodie ist heute in mehr als einem Dutzend verschiedener Liedversionen in unterschiedlichen Sprachen lebendig - eine musikalische Wandergeschichte, die zeigt, wie schöne Melodien Grenzen überwinden.
Weihnachtsfeier, Glühwein, Markt: Wo schöne Lieder besonders wirken
Es gibt Orte und Situationen, in denen Weihnachtslieder eine besondere Wirkung entfalten - nicht weil die Musik besser wäre, sondern weil der Kontext sie trägt und verstärkt.
Der Weihnachtsmarkt ist der wohl demokratischste Ort der Weihnachtsmusik. Hier erklingt sie für alle gleichzeitig - für die alte Dame mit dem Glühwein ebenso wie für die junge Familie mit dem Kinderwagen, für den Touristen genauso wie für den Stammgast. Die Musik verbindet hier Menschen, die sich nicht kennen, indem sie einen gemeinsamen emotionalen Raum schafft. Das ist eine erstaunliche soziale Leistung, die in ihrer Selbstverständlichkeit kaum wahrgenommen wird.
Bei der Weihnachtsfeier mit Kollegen hat Musik eine andere Funktion. Sie füllt Pausen, überbrückt Distanzen, schafft eine Stimmung, in der Menschen etwas lockerer miteinander umgehen als im Büroalltag. Ein bekanntes Weihnachtslied im Hintergrund kann das Eis brechen, das formale Gespräch ins Plaudern überführen, die Feier von einer Veranstaltung in ein echtes Erlebnis verwandeln.
Und zu Hause, am Abend, mit der Familie - da geschieht vielleicht das Tiefste. Hier sind die Lieder nicht Hintergrundkulisse, sondern Teil des Moments selbst. Sie werden gehört, manchmal mitgesungen, manchmal kommentiert. Sie verbinden Vergangenheit und Gegenwart, weil jedes Lied auch eine Erinnerung mitbringt.
Kindheitserinnerungen und warum sie so hartnäckig bleiben
Viele Menschen berichten, dass sie Weihnachtslieder nicht einfach hören - sie werden von ihnen gepackt. Ein paar Takte genügen, und plötzlich ist man wieder Kind, sitzt unter dem Weihnachtsbaum, riecht den Tannenduft, hört die Stimme von jemandem, der längst nicht mehr da ist. Diese Erfahrung ist so verbreitet, dass sie erklärungsbedürftig ist.
Gedächtnisforscher nennen dieses Phänomen "Proust-Effekt" - benannt nach dem französischen Schriftsteller, der beschrieb, wie ein Geschmack ihn augenblicklich in seine Kindheit zurückversetzte. Musik ist eines der stärksten bekannten Auslösemittel für solche involuntären Erinnerungen, weil sie direkt in das limbische System eingreift - jenen Teil des Gehirns, der für Emotion und Gedächtnis zuständig ist, ohne den Umweg über rationale Verarbeitung.
Weihnachtslieder haben dabei eine besonders starke Wirkung, weil sie nur einmal pro Jahr erklingen. Musik, die saisonal begrenzt ist, wird mit einem spezifischen Zeitraum verknüpft - und dieser Zeitraum ist in der Kindheit mit außerordentlich starken emotionalen Eindrücken besetzt. Das Ergebnis ist eine Verbindung zwischen Lied und Erlebnis, die ein Leben lang hält.
Die persönliche Weihnachtsplaylist: Ein Geschenk an sich selbst
In einer Zeit, in der jeder Streaming-Dienst fertige Weihnachtsplaylists anbietet, ist das eigene Zusammenstellen einer persönlichen Auswahl ein kleiner Akt der Selbstbestimmung - und zugleich eine der schönsten Vorbereitungen auf den Dezember.
Eine gute persönliche Weihnachtsplaylist ist keine zufällige Ansammlung von Liedern, sondern ein kleines Selbstporträt. Sie sagt etwas darüber aus, was einem Weihnachten bedeutet, welche Erinnerungen man schätzt, welche Stimmungen man sucht. Wer sie mit Bedacht zusammenstellt, hat am Ende etwas, das kein Algorithmus der Welt so hätte bauen können.
Ein paar Überlegungen helfen dabei: Welche Lieder kennst du auswendig und singst du unwillkürlich mit? Diese gehören auf jeden Fall hinein. Gibt es ein Lied, das du schon lange nicht mehr gehört hast und das die gerade in den Sinn kommt? Diesem Impuls lohnt es sich nachzugehen. Und schließlich: Fehlt etwas in deiner bisherigen Weihnachtsmusik - mehr Stille, mehr Schwung, mehr Internationalität? Dann ist die Playlist die Gelegenheit, dieses Fehlen zu füllen.
Fragen zu schönen Weihnachtsliedern
Warum lösen Weihnachtslieder bei manchen Menschen Tränen aus?
Das ist eine vollkommen normale Reaktion und kein Zeichen von Schwäche oder übermäßiger Sentimentalität. Weihnachtslieder aktivieren das emotionale Gedächtnis auf eine sehr direkte Weise - sie rufen Gefühle aus vergangenen Jahren auf, die mit Verlust, Sehnsucht oder tiefer Verbundenheit verknüpft sind. Tränen bei Musik sind ein Zeichen dafür, dass die Musik etwas Echtes getroffen hat.
Welche Weihnachtslieder eignen sich als Hintergrundmusik bei einer Feier?
Für den Hintergrund eignen sich vor allem instrumentale Arrangements bekannter Klassiker. Sie schaffen die gewünschte Weihnachtsstimmung, ohne die Konversation zu stören oder zum Mitsingen aufzufordern. Zu laute oder zu rhythmisch dominante Stücke drängen sich in den Vordergrund und machen das Gespräch anstrengender. Ruhige Streicher- oder Klavierversionen von "Stille Nacht", "Leise rieselt der Schnee" oder "Es ist ein Ros entsprungen" funktionieren fast immer.
Gibt es schöne Weihnachtslieder, die kaum jemand kennt?
Viele. Der bekannte Kanon umfasst vielleicht zwanzig bis dreißig Lieder, die wirklich jeder kennt. Dahinter liegt ein riesiges Repertoire an weniger bekannten Schätzen - regionalen Volksliedern, Liedern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, internationalen Weihnachtsliedern, die in anderen Kulturen ebenso vertraut sind wie "Stille Nacht" hier. Eine gezielte Erkundung jenseits des Mainstreams lohnt sich und führt zu Entdeckungen, die den Dezember bereichern können.
Kann man Weihnachtslieder zu oft hören?
Ja - und das ist eine ernsthafte Überlegung. Musikpsychologen haben gezeigt, dass Lieder, die zu früh und zu intensiv gehört werden, ihren emotionalen Anreiz verlieren können. "Weihnachtsmüdigkeit" durch übermäßiges Hören der immer gleichen Lieder ist ein reales Phänomen, das in Einzelhandelsberufen gut dokumentiert ist. Die Lösung ist nicht weniger Weihnachtsmusik, sondern mehr Abwechslung und ein bewussterer Umgang mit dem Zeitpunkt, ab dem man sie erklingen lässt.
Welches ist das schönste Weihnachtslied aller Zeiten?
Diese Frage lässt sich nicht objektiv beantworten - aber sie ist trotzdem interessant zu stellen. In Umfragen landet "Stille Nacht" regelmäßig auf dem ersten Platz, und das hat gute Gründe: Die Melodie ist von außerordentlicher Schlichtheit und Tiefe, der Text vereint religiöse Bedeutung mit universeller Bildsprache, und das Lied ist in einem Kontext entstanden, der seine Botschaft geradezu verkörpert. Aber das schönste Weihnachtslied für dich persönlich ist letztlich jenes, das dich jedes Jahr wieder nach Hause bringt.