Singt Gottes Lob im Winter auch
Kategorie: Winterlieder
Singt Gottes Lob im Winter auch
Autor: Wilhelm Hey
Er ist so treu und gut
er nimmt vor Frost und Sturmeshauch
die Saat in seine Hut
Er deckt sie mit dem Schnee so dicht
so weich und sicher zu
sie merkt den harten Winter nicht
und schläft in stiller Ruh
Singt Gottes lob zur Winterzeit
Er ist so treu und gut
Er schenkt dem Sperling warmes Kleid
Und warmes rasches Blut
Er zeiget ihm sein Futter an
ein Körnelein hie und da
und führt ihn, daß er´s finden kann
auf Wegen fern und nah
O, lobet Gott und den Winter lang
Er ist so treu und gut
und führt auch eurer Füße Gang
und gibt euch frohen Mut
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Historie & Entstehungsgeschichte
- Biografischer Kontext
- Inhaltliche Deutung & Botschaft
- Kulturelle und historische Bedeutung
- Welche Stimmung erzeugt das Lied?
- Für welche Anlässe eignet sich das Lied?
- Für welche Altersgruppe eignet sich das Lied?
- Für wen eignet sich das Lied weniger?
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung
Das Lied "Singt Gottes Lob im Winter auch" ist ein besonderer, aber nicht alltäglicher Klassiker. Seine Unverwechselbarkeit liegt darin, dass es kein typisches Weihnachtslied mit Krippen- oder Christkind-Thematik ist. Stattdessen richtet es den Blick auf die Wunder der Schöpfung im Winter und feiert Gottes Fürsorge für die Natur und jeden Einzelnen. Es ist ein poetisches Loblied auf den Winter als schützende und lebenserhaltende Jahreszeit.
Historie & Entstehungsgeschichte
Der Text stammt von dem Pfarrer und Fabeldichter Wilhelm Hey und wurde erstmals im Jahr 1837 veröffentlicht. Hey verfasste ihn für den Band "Noch fünfzig Fabeln für Kinder. Mit Bildern von Otto Speckter und Reimversen von Wilhelm Hey". Die heute geläufige, volksliedhafte Melodie ist anonym überliefert und entstand vermutlich im 19. Jahrhundert. Das Lied entstand also nicht für einen festlichen Gottesdienst, sondern als pädagogisch wertvolles Gedicht für Kinder, das ihnen Gottes Wirken in der alltäglichen Natur nahebringen sollte.
Biografischer Kontext
Wilhelm Hey (1789-1854) war ein deutscher evangelischer Theologe, der vor allem als Kinderliederdichter und Fabelautor Berühmtheit erlangte. Sein Werk ist geprägt von einer tiefen Frömmigkeit, die sich in einfacher, kindgerechter Sprache ausdrückt. Zusammen mit dem Illustrator Otto Speckter schuf er Werke, die Generationen prägten. Heys Texte, zu denen auch das bekannte "Weißt du, wieviel Sternlein stehen" zählt, zeichnen sich durch warmherzige Beobachtung und ein vertrauensvolles Gottesbild aus, das er erfolgreich in die Welt der Kinder übersetzte.
Inhaltliche Deutung & Botschaft
Die Kernbotschaft des Liedes ist ein unerschütterliches Vertrauen in die göttliche Vorsehung. Anhand von drei starken Bildern – der unter Schnee geschützten Saat, dem versorgten Sperling und der geführten Menschenseele – zeigt es, dass Gott auch in der scheinbar toten und harten Jahreszeit aktiv für seine Schöpfung sorgt. Der Winter wird nicht als Feind, sondern als Teil eines liebevollen Plans dargestellt. Die wiederkehrende Zeile "Er ist so treu und gut" fungiert als tröstlicher Refrain, der diese Gewissheit fest im Herzen verankert.
Kulturelle und historische Bedeutung
In der deutschen Weihnachtskultur nimmt das Lied eine Nischenposition ein. Es ist weniger ein Festtagslied als vielmehr ein Advents- und Winterlied, das die Zeit der Erwartung und der inneren Einkehr begleitet. Seine Verbreitung fand vor allem in kirchlichen Kindergärten, Grundschulen und in Hauskreisen statt. Internationale Übersetzungen oder große Adaptionen sind nicht bekannt, was seinen besonderen Charakter als deutschsprachiges Kleinod unterstreicht. Es bewahrt einen fast vergessenen, naturfrommen Ton des 19. Jahrhunderts.
Welche Stimmung erzeugt das Lied?
Das Lied erzeugt eine ruhige, innige und zuversichtliche Stimmung. Es ist nicht laut oder jubelnd, sondern besinnlich und wiegend. Die Bilder von der schlafenden Saat und dem gefütterten Vogel vermitteln ein Gefühl von Geborgenheit und behütetem Stillstand. Es lädt weniger zum lauten Mitsingen ein, sondern vielmehr zum aufmerksamen Zuhören und Nachsinnen. Die Stimmung ist die einer vertrauensvollen Ruhe mitten im winterlichen Sturm.
Für welche Anlässe eignet sich das Lied?
Es eignet sich perfekt für die ruhigeren Momente der Adventszeit. Denkbar ist sein Einsatz beim gemeinsamen Adventssingen im Familienkreis bei Kerzenschein, in Kindergottesdiensten zum Thema "Gott sorgt für uns" oder als besinnliches Lied in einer Seniorenadventsfeier. Auch für einen winterlichen Spaziergang, bei dem man die schlafende Natur betrachtet, bietet es einen passenden musikalischen Begleiter. Es füllt die Lücke zwischen den strahlenden Weihnachtshymnen und den schwermütigen Adventsliedern.
Für welche Altersgruppe eignet sich das Lied?
Das Lied ist ideal für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, für die die konkreten Naturbilder unmittelbar verständlich sind. Ebenso spricht es ältere Menschen an, die den Trost der Botschaft zu schätzen wissen. Familien, die nach einer Alternative zu kommerzieller Weihnachtsmusik suchen, finden hier einen Schatz. Grundsätzlich eignet es sich für jeden, der eine poetische und theologische Tiefe abseits des Mainstreams schätzt.
Für wen eignet sich das Lied weniger?
Wer ausschließlich nach festlichen, rhythmischen oder bekannten Weihnachtsklassikern sucht, um eine Party zu gestalten, wird mit diesem Lied nicht glücklich. Es ist kein Lied für große Feiern oder laute Weihnachtsmärkte. Auch für Menschen, die einen ausschließlich weltlichen Zugang zum Winter und zu Weihnachten suchen, ist die durchgängig religiöse Sprache möglicherweise zu bestimmend.
Abschließende Empfehlung
Wähle dieses Lied genau dann, wenn du eine Pause von der Hektik der Vorweihnachtszeit brauchst. Der perfekte Moment ist ein dunkler Nachmittag im Advent, wenn du mit deinen Kindern oder allein bei einer Tasse Tee das Fenster betrachtest. Es ist das Lied für den stillen Augenblick, in dem du spürst, dass auch im scheinbaren Stillstand des Lebens etwas behütet wird und reift. Singt es, wenn ihr das Gefühl von Geborgenheit und göttlichem Schutz in euer Zuhause holen wollt – es verwandelt den Winter in einen Mantel der Gnade.
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