A a a, der Winter der ist da

Kategorie: Winterlieder

A, a, a, der Winter der ist da.
Herbst und Sommer sind vergangen,
Winter, der hat angefangen,
A, a, a, der Winter der ist da.

E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.
Blumen blüh'n an Fensterscheiben,
Sind sonst nirgends aufzutreiben,
E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.

I, i, i, vergiß des Armen nie.
Hat oft nichts, sich zuzudecken,
Wenn nun Frost und Kält' ihn schrecken.
I, i, i, vergiß des Armen nie.

O, o, o, wie sind wir Kinder froh.
Wenn wir unter Scherz und Lachen
Einen großen Schneemann machen,
O, o, o, wie sind wir Kinder froh.

U, u, u, ich weiß schon was ich tu'.
Meine lieben Eltern lieben,
Sie nicht kränken, nicht betrüben,
U, u, u, ich weiß schon was ich tu'.

O, o, o, wie sind wir Kinder froh.
Wenn das Christkind tut was bringen,
Und 'vom Himmel hoch' sie singen.
O, o, o, wie sind wir Kinder froh.

U, u, u, ich weiß schon was ich tu'.
Christkind lieben, Christkind loben,
Mit den vielen Englein droben.
U, u, u, ich weiß schon was ich tu'.

A, a, a, der Herbst ist wieder da.
Gelb sind nun die süßen Trauben,
Braun sind nun die grünen Lauben,
A, a, a, der Herbst ist wieder da.

Autor: Hoffmann von Fallersleben

Kurze einleitende Zusammenfassung

"A a a, der Winter der ist da" ist ein charmantes und lehrreiches Weihnachts- und Winterlied aus dem 19. Jahrhundert. Seine Unverwechselbarkeit liegt in der genialen Verknüpfung des ABC-Lernens mit einer liebevollen Beschreibung der Winter- und Weihnachtszeit. Es ist kein lauter Festtagsschlager, sondern ein feinsinniger Klassiker, der die Vorfreude auf Schnee, das Christkind und die Nächstenliebe in kindgerechte Verse packt. Das Lied erzählt eine kleine Geschichte vom Beginn des Winters bis zum Herbst des nächsten Jahres und verbindet so den Kreislauf der Jahreszeiten mit menschlichen Werten.

Historie & Entstehungsgeschichte

Der Text des Liedes stammt von August Heinrich Hoffmann, besser bekannt als Hoffmann von Fallersleben. Er veröffentlichte es im Jahr 1835 in seiner Sammlung "Schlesische Volkslieder mit Melodien". Die Melodie ist nicht neu komponiert, sondern basiert auf einer bereits existierenden Volksweise. Hoffmann von Fallersleben war ein großer Sammler und Bearbeiter von Volksliedern und schuf mit diesem Stück ein typisches Beispiel für seine Kunst: Er nahm eine einfache, eingängige Melodie und unterlegte ihr einen neuen, pädagogisch wertvollen und zeitlosen Text. Entstanden ist es in einer Zeit, in der das bewusste Schaffen einer deutschen Liedkultur für Jung und Alt großgeschrieben wurde.

Biografischer Kontext zum Textdichter

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874) ist eine der prägenden Figuren der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte. Er war nicht nur Dichter, sondern auch Germanist und Bibliothekar. Weltberühmt wurde er als Verfasser des Textes der deutschen Nationalhymne ("Lied der Deutschen"). Sein eigentliches Lebenswerk aber galt der Sammlung, Erforschung und Neudichtung von Volks- und Kinderliedern. Er sah im Volkslied einen wesentlichen Träger von Sprache, Brauchtum und gemeinsamer Identität. Viele seiner über 500 Lieder, wie "Alle Vögel sind schon da" oder "Ein Männlein steht im Walde", sind bis heute fester Bestandteil des deutschen Liedguts. "A a a, der Winter der ist da" steht exemplarisch für sein Ziel, lehrreiche Inhalte in eine eingängige, volkstümliche Form zu gießen.

Inhaltliche Deutung & Botschaft

Die Kernbotschaft des Liedes ist vielschichtig. Oberflächlich begleitet es Kinder spielerisch durch die Vokale A, E, I, O, U und verknüpft jeden Buchstaben mit einem typischen Winterthema. Darunter liegt eine tiefere, soziale und moralische Botschaft. Das Lied feiert nicht nur die Freuden der kalten Jahreszeit wie Eis, Schneemänner und Geschenke, sondern mahnt auch zur Mitmenschlichkeit ("I, i, i, vergiß des Armen nie"). Es betont familiäre Zuneigung ("Meine lieben Eltern lieben") und schließlich die christliche Dimension von Weihnachten ("Christkind lieben, Christkind loben"). Es verbindet so saisonale Beobachtungen mit einer Anleitung zu gutem Verhalten und dankbarer Frömmigkeit.

Kulturelle und historische Bedeutung

In der deutschen Weihnachtskultur nimmt das Lied eine Nische ein. Es ist ein bekanntes, aber nicht allgegenwärtiges Lied, das besonders in Kindergärten, Grundschulen und im familiären Kreis gesungen wird. Seine Bedeutung liegt weniger in festlichen Gottesdiensten, sondern in der pädagogischen Vermittlung von Winter- und Weihnachtsstimmung. Internationale Übersetzungen oder Adaptionen sind kaum verbreitet, was es zu einem echten deutschen Kulturgut macht. Es spiegelt das bürgerliche Weihnachtsverständnis des 19. Jahrhunderts wider, das Familie, Besinnlichkeit und Wohltätigkeit in den Mittelpunkt stellte.

Welche Stimmung erzeugt das Lied?

Das Lied erzeugt eine ruhige, besinnliche und zugleich herzlich-fröhliche Stimmung. Es ist kein ausgelassenes Jubellied, sondern ein Lied zum Zuhören, Mitsingen und Nachdenken. Die einfache Melodie und die sich wiederholende Struktur vermitteln Geborgenheit und Vertrautheit. Die Bilder von frostblumigen Fensterscheiben, dem armen Menschen in der Kälte und der Vorfreude der Kinder wecken Empathie, Dankbarkeit und staunende Freude an den kleinen Wundern des Winters. Die Stimmung ist intim und lädt zur Gemeinschaft im kleinen Kreis ein.

Für welche Anlässe eignet sich das Lied?

Das Lied eignet sich perfekt für gemütliche Momente in der Advents- und Weihnachtszeit abseits des großen Trubels. Es ist ideal für den Morgenkreis im Kindergarten, für das gemeinsame Singen beim Basteln am Küchentisch oder für eine ruhige Minute am Adventskranz. Da es den gesamten Winter bis hin zum Herbst des Folgejahres besingt, kann man es auch über die Weihnachtstage hinaus nutzen, etwa an einem schneereichen Januartag. Es passt hervorragend als Einstieg, um mit Kindern über die Jahreszeiten, über Teilen oder die Geschichte von Weihnachten zu sprechen.

Für wen eignet sich das Lied?

Primär richtet sich das Lied an Kinder im Vorschul- und frühen Grundschulalter (ca. 3 bis 8 Jahre). Die einfache Melodie, die Wiederholungen und der spielerische Umgang mit den Vokalen machen es für diese Altersgruppe besonders zugänglich und lehrreich. Aber auch Erwachsene, die traditionelle und weniger kommerzielle Weihnachtslieder schätzen, finden hier großen Gefallen. Familien, die Wert auf eine besinnliche und werteorientierte Weihnachtszeit legen, werden in diesem Lied einen perfekten Begleiter finden.

Für wen eignet sich das Lied weniger?

Für Menschen, die ausschließlich nach festlichen, pompösen oder modernen Weihnachtshits suchen, ist dieses Lied wahrscheinlich nicht die erste Wahl. Es eignet sich weniger für große Weihnachtspartys oder als Hintergrundbeschallung beim Weihnachtsmarktbesuch. Auch für sehr kleine Kinder unter drei Jahren könnte der Text noch zu komplex sein. Wer eine lautstarke, partytaugliche Stimmung erzeugen möchte, sollte zu anderen Klassikern greifen.

Abschließende Empfehlung

Wähle dieses Lied genau dann, wenn du eine Pause von der hektischen Vorweihnachtszeit brauchst und einen authentischen, herzlichen Moment schaffen möchtest. Der perfekte Zeitpunkt ist an einem dunklen Nachmittag, wenn die Kerzen brennen, vielleicht beim Anblick der ersten Frostblumen am Fenster. Singe es mit Kindern, um ihnen die Magie des Winters jenseits der Geschenke zu zeigen. Es ist das Lied für die stille Freude, für das Lernen und für das Bewusstsein, dass Weihnachten auch im Teilen und in der Liebe zu den Nächsten liegt. In diesem Moment wird "A a a, der Winter der ist da" zu mehr als nur einem Lied – es wird zu einer kleinen, kostbaren Weihnachtstradition.

Mehr Winterlieder

0.0 von 5 – Wertungen: 0

Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Käufen.