Transeamus usque Bethlehem (Lasst uns hinüber nach Bethlehem gehen)

Kategorie: Lateinische Weihnachtslieder

Angelo
Nolite timere:
ecce enim evangelizo vobis gaudium magnum, quod erit omni populo:
quia natus est vobis Salvator hodie, qui est Christus Dominus in civitate David.
Et hoc vobis signum:
Invenietis infantem pannis involutum, et positum in praesepio.

Pastorella
Basso multiplicato
Transeamus usque Bethlehem
et videamus hoc verbum quod factum est.
Mariam et Joseph et Infantem positum in praesepio.

Coro
Gloria in excelsis Deo,
et in terra pax hominibus
bonae voluntatis.

Basso multiplicato
Transeamus, et videamus multitudinem
militiae caelestis laudantium Deum,
Mariam et Joseph et Infantem positum in praesepio.

Transeamus et videamus quod factum est.

Autor: unbekannt

Kurze einleitende Zusammenfassung

"Transeamus usque Bethlehem" ist ein faszinierendes und eher selten gesungenes Juwel unter den Weihnachtsliedern. Es handelt sich nicht um einen volkstümlichen Klassiker wie "Stille Nacht", sondern um ein geistliches Chorstück, das oft in der lateinischen Tradition der Kirchenmusik verwurzelt ist. Seine Unverwechselbarkeit liegt in der dramatischen, erzählenden Struktur: Es ist eine musikalische Miniatur des Weihnachtsevangeliums, das den Dialog zwischen dem Engel (Angelo) und den Hirten (Pastorella, Coro) direkt in Musik setzt. Der wiederkehrende, eindringliche Ruf "Transeamus usque Bethlehem" ("Lasst uns hinüber nach Bethlehem gehen") verleiht dem Stück eine besondere, pilgernde Dynamik.

Inhaltliche Deutung & Botschaft

Die Kernbotschaft des Liedes ist die aktive Antwort auf die himmlische Verkündigung. Es beginnt mit den beruhigenden Worten des Engels "Nolite timere" ("Fürchtet euch nicht") und der Ankündigung der Geburt des Retters. Der entscheidende Schritt folgt jedoch mit dem Aufruf der Hirten: "Lasst uns hingehen und dieses Wort, das geschehen ist, sehen." Die Botschaft ist also nicht nur die Freudenbotschaft selbst, sondern die Aufforderung, sich persönlich auf den Weg zu machen, um das Wunder zu erfahren. Es geht um die Bewegung hin zum Kind in der Krippe, um das eigene In-Augenschein-Nehmen der Menschwerdung Gottes. Der abschließende Lobgesang "Gloria in excelsis Deo" ist dann die logische Konsequenz dieser Begegnung.

Kulturelle und historische Bedeutung

Das Lied hat seinen festen Platz im Repertoire vieler Kirchenchöre, Kathedralensängereien und Ensembles für Alte Musik, besonders in der Advents- und Weihnachtszeit. International ist es vor allem in katholisch geprägten Ländern mit einer starken lateinischen Gesangstradition bekannt. Es existieren zahlreiche Vertonungen aus verschiedenen Epochen, von der Renaissance bis zur Romantik. Während der Text selbst meist in Latein belassen wird, finden sich für das Gemeindeverständnis oft deutsche Übertragungen oder Erklärungen. Seine Bedeutung liegt weniger in der allgemeinen Popularität, sondern in seiner künstlerischen und liturgischen Tiefe als musikalische Ausgestaltung der Lukasperikope.

Welche Stimmung erzeugt das Lied?

"Transeamus usque Bethlehem" erzeugt eine Stimmung, die gleichermaßen feierlich, geheimnisvoll und drängend ist. Die anfängliche Engelsbotschaft kann sehr zart und verheißungsvoll wirken. Der Ruf der Hirten, besonders wenn er vom "Basso multiplicato" (verstärkter Bass) vorgetragen wird, bekommt jedoch einen kraftvollen, entschlossenen Charakter. Es ist die Stimmung der nächtlichen Aufbruchs, der gemeinsamen Wanderung unter einem sternenklaren Himmel, angefüllt mit Erwartung und Ehrfurcht. Der abschließende Gloria-Chor entfaltet dann ganze klangliche Pracht und himmlischen Jubel.

Für welche Anlässe eignet sich das Lied?

Dieses Lied eignet sich perfekt für besondere musikalische Momente in der Advents- und Weihnachtszeit. Ideal ist es für:

  • Christvespern oder Christmetten, besonders vor oder nach der Lesung des Weihnachtsevangeliums.
  • Adventskonzerte von Chören oder Vokalensembles.
  • Den vierten Adventssonntag, der thematisch oft auf die nahende Freude und den Aufbruch nach Bethlehem ausgerichtet ist.
  • Stille Andachten oder Besinnungen, die den Weg der Hirten nachzeichnen wollen.

Für wen eignet sich das Lied?

Primär spricht das Lied musik- und kircheninteressierte Erwachsene an, die Freude an mehrstimmiger Chorliteratur und lateinischen Texten haben. Es eignet sich auch hervorragend für Jugendliche und Erwachsene in Chören, die nach anspruchsvoller, narrativer Weihnachtsmusik suchen. Durch seine klare, handlungsorientierte Struktur kann es auch Kindern, die mit der Weihnachtsgeschichte vertraut sind, in einer erklärten oder szenischen Darbietung nahegebracht werden und so einen besonderen, feierlichen Eindruck hinterlassen.

Für wen eignet sich das Lied weniger?

Für spontane, gesellige Weihnachtsfeiern im Familien- oder Freundeskreis, bei denen gemeinsam aus vollem Herzen gesungen werden soll, ist es weniger geeignet. Die lateinische Sprache und die komplexere musikalische Struktur machen es für das typische Gemeindeliedgut schwer zugänglich. Wer nach einfachen, eingängigen Melodien sucht, die jeder sofort mitsummen kann, wird mit diesem Stück wahrscheinlich nicht den gewünschten Effekt erzielen. Es ist eindeutig mehr ein Lied zum Zuhören und Meditieren als zum einfachen Mitsingen.

Abschließende Empfehlung

Wähle "Transeamus usque Bethlehem" genau dann, wenn du einen Moment von besonderer Tiefe und musikalischer Schönheit in deiner Weihnachtszeit schaffen möchtest. Der perfekte Moment ist die Stille nach der Verkündigung des Engels – also nach dem Vorlesen der entsprechenden Bibelstelle. Dann setzt der Ruf der Hirten ein und lädt dich akustisch ein, dich dieser inneren Pilgerreise anzuschließen. Es ist das ideale Lied, um inne zu halten, die alltägliche Vorweihnachtshektik hinter dir zu lassen und dich gedanklich mit den Hirten auf den Weg zur Krippe zu begeben. Lass dich von diesem kraftvollen, uralten Aufbruchsruf tragen.

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