Puer natus in Bethlehem (Ein Kind geborn zu Bethlehem)
Kategorie: Lateinische Weihnachtslieder
Puer natus in Bethlehem,
Autor: unbekannt
Unde gaudet Jerusalem,
alleluia.
Refrain:
In cordis jubilo,
Christum natum adoremus
Cum novo cantico.
Assumpsit carnem Filius,
Dei Patris altissimus,
alleluia.
Per Gabrielem nuntium,
Virgo concepit Filium,
alleluia.
Tamquam sponsus de thalamo,
Processit Matris utero,
alleluia.
Hic iacet in praesepio,
Qui regnat sine termino,
alleluia.
Cognovit bos et asinus,
Quod puer erat Dominus.
alleluia.
Et Angelus pastoribus,
Revelat quod sit Dominus,
alleluia.
Reges de Saba veniunt,
Aurum thus myrrham offerunt,
alleluia.
Intrantes domum invicem,
Novum salutant Principem,
alleluia.
De Matre natus Virgine,
Sine virili semine,
alleluia.
Sine serpentis vulnere,
De nostro venit sanguine,
alleluia.
In carne nobis similis,
Peccato sed dissimilis,
alleluia.
Ut redderet nos homines,
Deo et sibi similes,
alleluia.
In hoc natali gaudio,
Benedicamus Domino,
alleluia.
Laudetur sancta Trinitas,
Deo dicamus gratias,
alleluia.
- Kurze einleitende Zusammenfassung
- Inhaltliche Deutung & Botschaft
- Kulturelle und historische Bedeutung
- Welche Stimmung erzeugt das Lied?
- Für welche Anlässe eignet sich das Lied?
- Für wen eignet sich das Lied?
- Für wen eignet sich das Lied weniger?
- Abschließende Empfehlung
Kurze einleitende Zusammenfassung
"Puer natus in Bethlehem" ist ein echter Klassiker unter den lateinischen Weihnachtshymnen und zählt zu den ältesten überlieferten Gesängen zur Geburt Christi. Seine Unverwechselbarkeit liegt in der kraftvollen Verbindung von feierlichem, fast königlichem Jubel mit der schlichten Erzählung der Weihnachtsgeschichte. Während viele bekannte Lieder auf Deutsch oder in der Volkssprache verfasst sind, trägt dieses Stück die Würde und universale Tradition der mittelalterlichen Kirche in sich. Der eingängige Refrain "In cordis jubilo..." lädt jeden Sänger ein, mit Herzensjubel das neugeborene Kind anzubeten.
Inhaltliche Deutung & Botschaft
Die Kernbotschaft des Liedes ist die tiefgreifende theologische Deutung der Menschwerdung Gottes. Es geht weit über die reine Krippenszene hinaus. Der Text betont das große Paradoxon: Der ewige König ("Qui regnat sine termino") liegt in einer Futterkrippe. Der allmächtige Sohn Gottes ("Dei Patris altissimus") nimmt menschliches Fleisch an. Die Strophen verweben die historischen Ereignisse – die Verkündigung durch Gabriel, die Anbetung durch Ochse und Esel, die Hirten und die Weisen – mit der erlösungstheologischen Bedeutung. Christus kommt ohne Sünde ("Peccato sed dissimilis"), um die Menschen Gott wieder ähnlich zu machen ("Ut redderet nos homines, Deo et sibi similes"). Die Botschaft ist also eine der Freude über die radikale Nähe Gottes und der Hoffnung auf Wiederherstellung.
Kulturelle und historische Bedeutung
Dieses Lied hat seine Wurzeln vermutlich im 14. Jahrhundert und war in ganz Europa verbreitet. In der deutschen Weihnachtskultur hat es vor allem in katholischen Gegenden und in akademischen bzw. kirchlichen Kreisen mit Chortradition einen festen Platz. Seine internationale Strahlkraft zeigt sich in zahlreichen Adaptionen. Die bekannteste deutsche Fassung ist "Ein Kind geborn zu Bethlehem". Viele Komponisten, darunter auch Michael Praetorius und Hugo Distler, haben mehrstimmige Sätze des Liedes geschaffen. Es ist ein Paradebeispiel für ein Lied, das die Grenzen von Land und Konfession überschreitet und die gemeinsame lateinische christliche Kultur des Abendlandes repräsentiert.
Welche Stimmung erzeugt das Lied?
"Puer natus" erzeugt eine einzigartige, vielschichtige Stimmung. Der gregorianische oder chorale Charakter vermittelt Ehrfurcht, Feierlichkeit und eine gewisse erhabene Distanz. Gleichzeitig bringen der tänzerische Rhythmus und der jubelnde Refrain ("In cordis jubilo") eine unübersehbare, kraftvolle Freude zum Ausdruck. Es ist keine gemütliche, innige Stubeatmosphäre, sondern eine triumphale, öffentliche Proklamation. Die Musik lädt zum feierlichen Schwingen ein, während der lateinische Text eine zeitlose, meditative Tiefe bewahrt. Es ist die Stimmung eines festlichen und zugleich tiefgläubigen Dankes.
Für welche Anlässe eignet sich das Lied?
Das Lied passt perfekt zu Momenten, die mehr als nur besinnlich sein sollen. Ideal ist es für den Gottesdienst am Christtag (25. Dezember), da es die Geburt schon als vollendetes Ereignis besingt. Es eignet sich hervorragend für Advents- und Weihnachtskonzerte, besonders von Chören oder Ensembles mit historischem Repertoire. In der häuslichen Feier kann es einen besonderen Höhepunkt setzen, etwa nach der Bescherung oder als festlicher Eröffnungsgesang am Heiligen Abend. Sein jubelnder Charakter macht es auch zu einer ausgezeichneten Wahl für den Weg zur Christmette oder für den Weihnachtstag selbst.
Für wen eignet sich das Lied?
Das Lied spricht in erster Linie erwachsene Sänger und Zuhörer an, die einen Zugang zu geistlicher Musik und lateinischen Texten schätzen. Es ist ideal für Kirchenchöre, Schulchöre an Gymnasien oder Universitätschöre. Menschen mit Interesse an Geschichte, Theologie oder traditioneller Kirchenmusik werden besonders angesprochen. Auch Familien, in denen mehrstimmiges Singen gepflegt wird, können an diesem anspruchsvollen Lied große Freude haben. Die eingängige Melodie ermöglicht es aber auch interessierten Laien, den Refrain und die "Alleluja"-Rufe mitzusingen.
Für wen eignet sich das Lied weniger?
Für sehr junge Kinder, die noch keine Beziehung zur lateinischen Sprache oder zu komplexeren Melodiebögen haben, ist das Lied weniger geeignet. Ebenso könnte es für Menschen, die ausschließlich nach modernen, pop-orientierten oder extrem schlichten Weihnachtsliedern suchen, zu anspruchsvoll und formell wirken. Wer eine rein deutsche, leicht verständliche und ausschließlich gefühlvolle Krippenbesinnung sucht, findet in Liedern wie "Stille Nacht" vielleicht einen direkteren Zugang. "Puer natus" verlangt ein gewisses Maß an Offenheit für den kulturellen und spirituellen Reichtum der Tradition.
Abschließende Empfehlung
Wähle dieses Lied genau dann, wenn du die Weihnachtsfeierlichkeiten mit einem Moment von feierlichem Glanz und historischer Tiefe krönen möchtest. Der perfekte Moment ist, wenn die erste unmittelbare Bescherungsfreude etwas nachgelassen hat und Raum für gemeinsamen, kraftvollen Gesang entsteht. Stelle dir einen Raum voller Menschen vor, vielleicht bei Kerzenschein, die mit "In cordis jubilo" einstimmen – das schafft eine ergreifende, gemeinschaftliche und erhabene Atmosphäre. Es ist das Lied für den Übergang von der irdischen Freude zum göttlichen Wunder. Nutze es als festliches Bekenntnis, das Weihnachten in den größten Zusammenhang stellt, den es geben kann.
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