Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind

Kategorie: Kinder Weihnachtslieder

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
ritt durch Schnee und Wind,
sein Roß das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut:
sein Mantel deckt' ihn warm und gut.

Im Schnee saß, im Schnee saß,
im Schnee da saß ein armer Mann,
hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an.
"O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!"

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
sein Roß stand still beim armen Mann,
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt'
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin
Sankt Martin gab den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil'
hinweg mit seinem Mantelteil.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin legt sich müd' zur Ruh
da tritt im Traum der Herr dazu.
Er trägt des Mantels Stück als Kleid
sein Antlitz strahlet Lieblichkeit.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin sieht ihn staunend an,
der Herr zeigt ihm die Wege an.
Er führt in seine Kirch' ihn ein,
und Martin will sein Jünger sein.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin wurde Priester gar
und diente fromm an dem Altar,
das ziert ihn wohl bis an das Grab,
zuletzt trug er den Bischofsstab.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin, o du Gottesmann,
nun höre unser Flehen an,
O bitt' für uns in dieser Zeit
und führe uns zur Seligkeit.

Autor: unbekannt

Kurze einleitende Zusammenfassung

Das Lied "Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind" ist ein zeitloser Klassiker, der jedoch nicht direkt zur Weihnachtsmusik im engeren Sinne zählt. Seine Unverwechselbarkeit liegt in der erzählerischen Kraft, die die berühmte Legende des heiligen Martin von Tours in eine eingängige, balladenhafte Form bringt. Es ist weniger ein reines Festtagslied als vielmehr eine musikalische Erzählung über Nächstenliebe und Barmherzigkeit, die besonders in der vorweihnachtlichen Zeit, rund um den Martinstag am 11. November, gesungen wird und so eine Brücke zwischen Herbst und Advent schlägt.

Inhaltliche Deutung & Botschaft

Die Kernbotschaft des Liedes ist tief in christlicher Ethik verwurzelt und überkonfessionell gültig: die selbstlose Hilfsbereitschaft. Es geht nicht um ein großes, geplantes Opfer, sondern um einen spontanen Akt der Menschlichkeit in einer konkreten Notsituation. Martin teilt, was er selbst zum Überleben braucht – seinen warmen Mantel. Die spirituelle Dimension zeigt sich in der Traumsequenz, wo der Bettler als Christus erscheint. Damit wird die Botschaft verstärkt: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Das Lied endet mit der Belohnung dieser Tat nicht durch Reichtum, sondern durch Erfüllung im Glauben und im Dienst an anderen.

Kulturelle und historische Bedeutung

In der deutschen Weihnachts- und Adventskultur spielt das Lied eine besondere Rolle als "Vorbote". Es wird intensiv um den Martinstag gesungen, wenn Kinder mit Laternenumzügen die Geschichte nachspielen. Dieser Brauch leitet oft die besinnliche Jahreszeit ein. International ist die Martinslegende bekannt, das spezifische Lied jedoch vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Es existieren verschiedene Melodien und Textvarianten, die von regionalen Traditionen beeinflusst sind. Übersetzungen sind weniger verbreitet, da die Geschichte oft durch andere Lieder oder Erzählungen in anderen Sprachen transportiert wird.

Welche Stimmung erzeugt das Lied

Das Lied erzeugt eine vielschichtige, bewegende Stimmung. Es beginnt mit einer beschwingten, fast heldenhaften Reiterszene ("mit leichtem Mut"), die dann in die düstere, verzweifelte Kälte des armen Mannes umschlägt. Der Akt des Teilens bringt eine Welle der Wärme und Güte mit sich. Die Traumszene verleiht dem Geschehen eine feierliche, fast mystische Atmosphäre. Insgesamt hinterlässt es ein Gefühl der Hoffnung, der bestätigten Menschlichkeit und einer tiefen inneren Zufriedenheit, die über das Materielle hinausgeht.

Für welche Anlässe bzw. für welche Momente der Adventszeit eignet sich das Lied besonders

Perfekt eignet es sich natürlich für Martinsfeiern und Laternenumzüge im November. In der Adventszeit selbst passt es hervorragend zu Familienabenden, an denen nicht nur Weihnachten, sondern die Werte dahinter thematisiert werden. Es ist ein ideales Lied zum gemeinsamen Singen im Kreis, bevor man vielleicht selbst überlegt, wie man teilen kann. Auch in Kindergärten und Grundschulen während der Projektzeit zum Thema "Teilen und Schenken" ist es unverzichtbar. Es bereitet den Boden für die weihnachtliche Botschaft.

Für wen bzw. für welche Altersgruppe eignet sich das Lied

Das Lied spricht in besonderem Maße Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter an. Die klare, bildhafte Geschichte von Reiter, Schnee, Mantel und dem Traum ist für sie leicht zu verstehen und nachzuempfinden. Durch die häufige Wiederholung des Namens "Sankt Martin" ist der Refrain auch für jüngere Sänger schnell zu erlernen. Aber auch Erwachsene schätzen den erzählerischen Gehalt und die tiefere theologische Botschaft, was es zu einem generationenübergreifenden Lied macht, das die ganze Familie verbindet.

Für wen eignet sich das Lied weniger

Für Menschen, die ausschließlich nach typischen, festlichen Weihnachtsliedern mit direktem Bezug zur Geburt Christi suchen (wie "Stille Nacht" oder "O Tannenbaum"), könnte dieses Lied zunächst irritierend sein. Sein Handlungsort ist nicht der Stall von Bethlehem, sondern eine schneebedeckte Landstraße. Auch wer eine rein feierliche, jubelnde Adventsstimmung sucht, findet hier eine eher nachdenkliche und narrative Ballade. In sehr säkularen Umgebungen ohne Bezug zu christlichen Legenden könnte die Geschichte weniger Resonanz finden.

Abschließende Empfehlung

Wähle dieses Lied genau dann, wenn du den Geist der Weihnacht jenseits von Geschenkepacken und Glanz einführen möchtest. Der perfekte Moment ist ein ruhiger Abend in der dunklen Jahreszeit, vielleicht wenn die ersten Kerzen am Adventskranz brennen und du mit der Familie über das Thema Teilen und Mitmenschlichkeit sprechen willst. Es ist das ideale Lied, um Kindern den Sinn hinter dem Schenken zu erklären – nicht als Pflicht, sondern als spontane Freude, einem anderen zu helfen. Singe es als Erzählung, als Einladung zur Besinnung und als musikalischen Auftakt für eine Adventszeit, die von Herzenswärme geprägt ist.

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